Wenn sich die harte Hirnhaut nach einem neurochirurgischen Eingriff nicht direkt verschließen lässt, wird ein Duraersatz eingesetzt. Eine Dura-Matrix kann dabei aus synthetischen Polymeren oder aus natürlichem Kollagen bestehen. Beide Gruppen haben unterschiedliche Eigenschaften, und die Wahl hängt vom Defekt, vom Patienten und von der Erfahrung des Chirurgen ab. Dieser Artikel vergleicht beide Materialgruppen sachlich und erklärt, warum Desu Medical für seine Dura-Membranen natürliches, reines Typ-I-Rinderkollagen verwendet.
Korrekturhinweis (Oktober 2026): Eine frühere Fassung dieses Artikels stellte die Dura-Membranen von Desu Medical fälschlich als synthetische Matrix dar. DURASHEET und DECOLL bestehen aus natürlichem, reinem Typ-I-Rinderkollagen und sind keine synthetischen Produkte.
Was ist eine Dura-Matrix?
Die Dura mater ist die äußere, feste Hirnhaut. Sie umschließt Gehirn und Rückenmark und hält den Liquor (Hirnwasser) zurück. Wird sie bei einer Operation eröffnet oder teilweise entfernt, muss sie am Ende wieder dicht verschlossen werden, um Liquorlecks, Pseudomeningozelen und Infektionen zu vermeiden. Reicht das eigene Gewebe dafür nicht aus, ersetzt eine Dura-Matrix den fehlenden Teil. Sie dient als Barriere gegen Liquor und als Leitstruktur für die Heilung.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Gruppen: körpereigenes (autologes) Gewebe wie Perikranium oder Fascia lata, natürliche Materialien auf Kollagenbasis und synthetische Materialien aus Polymeren.

Synthetische Dura-Matrix: Materialien und Eigenschaften
Synthetische Duraersatzmaterialien werden aus Polymeren hergestellt, zum Beispiel aus expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE), aus Materialien auf Polyurethanbasis oder aus resorbierbaren Polyestern wie Poly-L-Milchsäure. Ein Vorteil ist, dass sie keine tierischen Bestandteile enthalten. Das kann für Patienten wichtig sein, die aus persönlichen oder religiösen Gründen keine Materialien tierischen Ursprungs wünschen.
Nicht resorbierbare synthetische Materialien verbleiben dauerhaft im Körper. Um sie herum bildet der Körper in der Regel eine Bindegewebskapsel; in der Fachliteratur werden außerdem Verwachsungen und späte Komplikationen an der Grenzfläche zum Gewebe diskutiert. Resorbierbare Polymere werden dagegen über einen längeren Zeitraum abgebaut.
Natürliche Dura-Matrix aus Kollagen
Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein des Bindegewebes und auch der Hauptbestandteil der natürlichen Dura. Eine Dura-Matrix aus Typ-I-Kollagen wirkt als Gerüst: Fibroblasten und kleine Blutgefäße wachsen in das Material ein, während das Kollagen schrittweise abgebaut und durch körpereigenes Bindegewebe ersetzt wird. Am Ende bleibt kein dauerhafter Fremdkörper zurück.
Da Kollagen für Medizinprodukte aus tierischem Gewebe gewonnen wird, gelten strenge Anforderungen an die Herkunft des Rohmaterials und an die Verarbeitung, unter anderem die Verordnung (EU) Nr. 722/2012 und die Normenreihe ISO 22442. Mehr dazu lesen Sie in unserem englischsprachigen Artikel zur Sicherheit von Rinderkollagen.

5 Unterschiede im Überblick
| Kriterium | Synthetische Dura-Matrix | Natürliche Kollagen-Matrix |
|---|---|---|
| Herkunft | Polymere aus industrieller Synthese | Gereinigtes natürliches Kollagen aus kontrollierten tierischen Quellen |
| Verbleib im Körper | Dauerhaft (nicht resorbierbar) oder langsamer Abbau (resorbierbar) | Wird schrittweise resorbiert und durch körpereigenes Gewebe ersetzt |
| Gewebeintegration | Häufig Einkapselung durch Bindegewebe | Einwachsen von Zellen und Umbau zu eigenem Bindegewebe |
| Handhabung | Je nach Produkt steifer oder flexibler, teils Vorbereitung nötig | Weich und anschmiegsam, leicht zuschneidbar |
| Tierischer Ursprung | Nein | Ja, mit geregelter Kontrolle von Herkunft und Verarbeitung |
Warum Desu Medical auf natürliches Typ-I-Kollagen setzt
Die Dura-Membranen DURASHEET und DECOLL bestehen aus natürlichem, reinem Typ-I-Rinderkollagen. Damit nutzt jede Dura-Matrix von Desu das Material, aus dem auch die natürliche Dura überwiegend aufgebaut ist.
- Barriere gegen Liquor: Die impermeable Porenstruktur ist darauf ausgelegt, Liquor zurückzuhalten.
- Resorbierbar: Das Material wird nach und nach durch körpereigenes Bindegewebe ersetzt.
- Gebrauchsfertig: Keine Vorbehandlung nötig, die Membran kann direkt im OP zugeschnitten werden.
- Steril und zum Einmalgebrauch: Gammasterilisiert, für die Anwendung an einem einzigen Patienten.
- Größen: DECOLL ist in vier Formaten erhältlich: 2,5 x 2,5 cm, 5 x 5 cm, 7,5 x 7,5 cm und 10 x 10 cm.
- Qualität und Zulassung: CE-Kennzeichnung, Qualitätsmanagementsystem nach ISO 13485 und Biokompatibilitätsprüfungen nach ISO 10993 (Zytotoxizität, Sensibilisierung, systemische Toxizität, Implantation).

Welche Dura-Matrix für welchen Patienten?
Es gibt keine Dura-Matrix, die für jeden Fall die richtige ist. Bei der Auswahl berücksichtigen Chirurginnen und Chirurgen unter anderem die Größe und Lage des Defekts, die Frage, ob genäht werden kann oder eine Onlay-Technik nötig ist, den Liquordruck, frühere Operationen oder Bestrahlung sowie die Wünsche des Patienten, etwa zu Materialien tierischen Ursprungs. Maßgeblich sind immer die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Produkts und die klinische Beurteilung im Einzelfall.
Fazit
Synthetische und natürliche Materialien sind zwei unterschiedliche Wege zum Duraverschluss. Eine synthetische Dura-Matrix kommt ohne tierische Bestandteile aus, verbleibt aber je nach Material dauerhaft oder lange im Körper. Eine Kollagen-Matrix wird dagegen zum Gerüst für körpereigenes Gewebe und schrittweise resorbiert. Desu Medical hat sich für natürliches, reines Typ-I-Rinderkollagen entschieden; synthetische Dura-Produkte bietet Desu nicht an.
Häufige Fragen
Ist die Dura-Membran von Desu synthetisch?
Nein. DURASHEET und DECOLL bestehen aus natürlichem, reinem Typ-I-Rinderkollagen. Es handelt sich um natürliche Kollagenprodukte, nicht um synthetische Polymere.
Bleibt eine Kollagen-Dura-Matrix dauerhaft im Körper?
Nein. Kollagen wird schrittweise resorbiert und durch körpereigenes Bindegewebe ersetzt.
Wann kommt eine synthetische Dura-Matrix in Frage?
Zum Beispiel, wenn ein Patient keine Materialien tierischen Ursprungs wünscht. Die Entscheidung trifft das Operationsteam anhand des Defekts, des Patienten und der Gebrauchsanweisung.
Quellen und weiterführende Literatur
- PubMed: Vergleich synthetischer und kollagenbasierter Duraersatzmaterialien
- Verordnung (EU) Nr. 722/2012 über Medizinprodukte mit Geweben tierischen Ursprungs
- Desu Medical, Type I collagen as a natural dural graft (Englisch)
Über diesen Artikel
Verfasst von der Redaktion von Desu Medical. Desu Medical entwickelt und fertigt seit 2007 in Ankara, Türkei, neurochirurgische Produkte, darunter die Kollagen-Dura-Membranen DURASHEET und DECOLL aus natürlichem, reinem Typ-I-Rinderkollagen. Die Herstellung erfolgt nach einem Qualitätsmanagementsystem gemäß ISO 13485, die Duraersatz-Produkte tragen die CE-Kennzeichnung. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information von medizinischem Fachpersonal und ersetzt weder die Gebrauchsanweisung noch die klinische Beurteilung. Zuletzt geprüft: Oktober 2026.